Real-Time Supply Chain Planung

Erfolg durch Echtzeit im Unternehmen

Echtzeit in der Logistiknetzwerk-Planung

Durch einen Austausch eines Systems oder einer Datenbank allein lässt sich Echtzeit im Unternehmen oder in der Logistikkette kaum erreichen. Zum einen sind die praktischen Geschwindigkeitsvorteile allein durch einen Datenbankaustausch unter einem ERP-System wie z.B. mit SAP Suite on HANA eher in der Dimension <10 anstelle des technisch möglichen Faktors >100. Zum anderen spielen Prozesse und Konzepte eine wichtige Rolle für den Erfolg. Die Einführung eines technischen Systems allein löst nicht die Probleme, sondern ein Blick auf Strategie, Prozesse und Systeme ist nötig.  

Strategischer Handlungsbedarf

Häufig sind strategische Ziele in Unternehmen nicht durch über alle Unternehmensebenen einheitlich verwendete Kennzahlen definiert und in der operativen Planung nicht präsent. Mangelnde Datenverfügbarkeit und -qualität führen weiter zu einer schlechten Unternehmensperformance. Auch wenn auf der strategischen Ebene die Erfüllung der definierten Ziele mit anderen Kennzahlen gemessen wird als auf der operativen Ebene, ist die Zielerreichung gefährdet. Das Defizit kann behoben werden, wenn alle Prozesse unternehmensweit auf einem einheitlichen Datenmodell in der Genauigkeit des operativen Modells mit gleichen Kennzahlen gegründet sind.

Prozessualer Handlungsbedarf

Prozesse in betrieblichen Anwendungssystemen laufen oft isoliert von anderen Prozessen ab. Im Bereich der Planung ist z.B. häufig die Produktionsplanung nicht mit der Qualitätskontroll- oder der Instandhaltungsplanung verwoben. Zudem ist die Zeit zur Datengewinnung und -aufbereitung verhältnismäßig groß im Vergleich mit der Zeit des zu beeinflussenden Prozesses. Notwendige Eingangsgrößen, wie Preise, Kurse oder Bedarfe liegen nicht aktuell vor. Viele Prozesse sind zudem als Stapelverarbeitung (Batch) und nicht interaktiv organisiert. Eine kennzahlenbasierte Entscheidungsunterstützung ist nur selten in den Prozessen verankert. Will man analytische Auswertungen typischen transaktionalen Prozessen nicht nur passiv konsumierend zufügen, sondern dem Nutzer entscheidungsunterstützend alternative Aktionen anbieten und diese sofort auch durchführen, so ist eine Verzahnung sowohl der funktionalen Planungsbereiche als auch von „Operations“- und „Analytics“-Prozesse nötig.

Systemebene

Die Veränderung auf Prozessebene hat Konsequenzen auf der Systemebene. Eine Verknüpfung operationaler und analytischer Prozesse ist typischerweise gekennzeichnet durch häufigere Schreibzugriffe, einen höheren Aktualisierungsbedarf und eine aufwändigere Konsistenzsicherung. Während real-time-analytics mit häufigen Leseprozessen keine hohen Anforderungen an die Konsistenzsicherung auf Datenebene stellt, ist dies bei real-time-operations Prozessen der Fall. Künftige ERP und BI-Systeme mit einem real-time-Anspruch müssen sich dieser Herausforderung stellen. Ein aktueller Ansatz dafür ist die Verwendung hauptspeicherbasierter Datenbanken. Systeme, die In-Memory-Technologie nutzen, sind z.B. SAP Suite on HANA oder das Add-On für SAP ERP "ORSOFT Manufacturing Workbench".